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Von einer Besessenen, welche im Kloster Stuben die Echtheit von Reliquien kundgab von Franz Josef Blümling
Als ich mich dieses Jahr am Feste Allerheiligen mit unserm Prior in dem Nonnenkloster auf der Insel des hl. Nikolaus, gewöhnlich Stuben genannt, aufhielt, sahen wir dort ein Mädchen welches vor unserer Ankunft besessen war, jetzt aber durch die Kraft von Reliquien, wie durch Gebete der Schwestern, befreit worden war. Die Meisterin des Klosters, eine fromme Frau, hat uns folgendes erzählt:

Das Mädchen wurde eines Tages durch den unreinen Geist im höchsten Grad hin- und hergezerrt und gepeinigt. Da habe ein achtbarer Geistlicher, um der Sache auf den Grund zu kommen, ein Säcklein, welches Dornen aus der Krone des Herrn enthielt, aus der goldenen Tafel (Staurothek) genommen und ohne dass die Besessene oder die andern etwas davon gemerkt, über den Kopf derselben gehalten. Plötzlich stieß das Mädchen ein entsetzliches Geschrei aus. Die Umstehenden, welche den Grund des Wutanfalls nicht kannten, frugen die Besessene: „Teufel, warum schreist du so, Teufel, was hast du?“ Der Teufel erwiderte: „Was sich auf dem Haupt des Allerheiligsten befunden hat, das zieht mir den Kopf zusammen und sticht mich fürchterlich – fragt ihr jetzt noch, warum ich schreie?“

Allen Anwesenden, namentlich den Schwestern, hat dieser Vorfall zur höchsten Erbauung gedient, indem ein doppelter Beweis geliefert worden war, einmal für die Echtheit der Dornen und zum andern für die wirkliche Besessenheit jenes Mädchens.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Literaturnachweise:
  Kaufmann, Alexander - Wunderbare Geschichten aus den Werken des Cäsarius von Heisterbach, Erster Teil
Bildnachweise:
   
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