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Aus der geschichtlichen Epoche der Matthiaskirche von Franz Josef Blümling
Das Vorhandensein der Pfarrkirche hoch oben auf dem Petersberg war nicht mehr haltbar. Die geringen Messebesuche in der Peterskapelle gaben immer wieder zu Beanstandungen Anlass, und auch dem in Stubener Kloster wohnenden Dorfpfarrer mag der Weg hoch zum Berg zur Verrichtung der Seelsorge zu unbequem gewesen sein. So ließ Kurfürst Balduin an der Mosel entlang einen gut begehbaren Weg vom Kloster bis hin zum Ort anlegen und veranlasste, dass eine Kirche im Dorf gebaut wurde. Als sie errichtet war, hat 1316 Weihbischof Hartung den Altar konsekriert. Das Gotteshaus war ein Gebäude im romanischen Stil und erhielt das Patronat des hl. Matthias, der ja auch noch heute Patron des Bistums Trier ist.

Auf dem Kirchturm stand ein Doppelkreuz, ein sogenanntes „Stubener Kreuz“, was die enge Verbundenheit zum Kloster ausdrückte. Die Matthiaskirche war eine Filialkirche von Stuben. Ein Steinkreuz vor der Kirche trug die Inschrift: NICHT STEIN U. HOLS BETEN WIR AN, SONDERN DER GEHANGT DRAN.

Dass die Kirche nunmehr im Ort stand, war sicherlich auch im Sinne der Herren von Neef. Für sie war die bisherige Burgkapelle zu klein geworden. Erhielten sie doch unter Balduin das Hohe Gericht und konnten so nunmehr die Gerichtsherren unter dem Vorsitz von Graf Gerhard von Sponheim vor dem Ding/Geding die nahe Matthiaskirche besuchen und Gott um gerechten Verlauf bitten – wie das so Usus war.

Das neue Gotteshaus gehörte zum Burgkomplex und war von Anfang an auch die Hauskirche für die Neefer Aristokraten. Demzufolge befand sich vor dem Muttergottesaltar ein Familiengrab derer von Eltz. Ein solches hatten auch die Ritter von Metzenhausen, das sich in der Nähe der Kanzel befand. Des weiteren gab es noch eine Grabstätte der Freiherren von Maffei. Auch wurden in der Matthiaskirche Adelskinder getauft; ausdrücklich erwähnt werden die Taufen von Graf Johann Philipp von Eltz und Karl Heinrich zu Eltz-Üttingen.

Allein der Gedenkstein vom Grab der Anna Gertrud Zenders ist erhalten geblieben. Er lag noch 1890 im Altarraum der Matthiaskirche. Anna Gertrud war eine Wohltäterin dieser Kirche, weshalb man ihrem Grab den Ehrenplatz gab. Die Grabplatte befindet sich heute, nach einer gründlichen Renovierung durch den Neefer Bürger Josef Buschbaum, in der jetzigen Pfarrkirche.

Seit 1890 wird die Matthiaskirche nicht mehr klerikal genutzt. Das gesamte Anwesen kam in private Hand. Das Kirchenschiff wurde abgerissen. Nur noch der Turm erinnert an die Historie.

Turm der Matthiaskirche Gasthaus „Zum Frauenberg“

An der Stelle, wo früher das Kirchenschiff stand, wurde 1898 das Gasthaus „Zum Frauenberg“ errichtet.

Seit 1891 gibt es die jetzige Pfarrkirche „Kreuzerhöhung“ und trägt auch das Patronat des hl. Matthias.

 
Aus einem alten Foto des Neefer "Unterdorfes" wurde diese teilweise Ansicht des Kirchenschiffes der Matthiaskirche ausgeschnitten.
Ausschnitt von Kurt Bergen, Neef
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Der hl. Matthias war Märtyrer. Er wurde mit einem Beil enthauptet. Das Beil steht als Symbol für das Matthias-Patronat.
 
 
Neefer Gerichtssiegel mit dem Bildnis des hl. Matthias
 
 
Grabstein Zender
Inschrift:
ANO DOM JHS 1737
1725 DEN 27 NOVEM.
IST IN GOTT SEELIG ENDSCHLA
FEN UND RUHET ALHIER
DIE WOHLACHTBARE
JUNFER ANNA GERTRUD
ZENDERS GEBÜRTIG
AUS TRIER IHRES
ALTERS IM 78. JAHR
REQUIESCAT IN PACE AMEN
Literaturnachweise:
  Blümling, Franz Josef - Neefer Grabdenkmäler, Heimatbuch Cochem-Zell 1999
Clemen, Paul - Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Die Kunstdenkmäler des Kreises Zell
Damitz, Karl von - Die Mosel mit ihren Ufern und Umgebungen
Dohms, Peter - Eberhardsklausen, Kloster, Kirche, Wallfahrt
Lorenzi, Philipp de - Beiträge zur Geschichte sämtlicher Pfarreien der Diöcese Trier
Pauli, Ferdinand - Siedlung und Pfarrorganisation im alten Bistum Trier
Roth, F. W. E. - Geschichte der Herren und Grafen zu Eltz
Thoma, Hubert - Die Mosel von den Vogesen bis zum Rhein
Bildnachweise:
  Aufnahme Turm - Dahmen Iris, Neef
Aufnahme Grabplatte Zender - Pellenz, Rainer, Bremm
Ein Priester predigt von der Kanzel - Borst, Otto - Alltagsleben im Mittelalter
Foto „Zum Frauenberg“ - Fam. Rudolph, Neef
im nächsten Kapitel: Die Auswanderung Neefer
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