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Der Hof der Ritter von Buch von Franz Josef Blümling
Bei den in Neef aufgetretenen Rittern von Buch (in Urkunden auch de Brouch / de Buche / Bruch genannt) handelt es sich nicht um Angehörige des Geschlechtes derer von Buch im Hunsrück, welche die Burg Balduinseck zu Lehen hatten. Stammsitz der Ritter von Brouch war die Burg Bruch im Kreise Wittlich. Eine verwandtschaftliche Verbindung zwischen den beiden Ritterfamilien ist jedoch nicht auszuschließen.

Urkundlich wird 1132 Godefridus (de Brouch) erstmals erwähnt. Anno 1140 tritt in einer Neef/Stubener Urkunde Fridelo de Brouch als Zeuge auf, als dem Kloster Stuben das Zehntrecht über Neef und Güter geschenkt wurden. Dazu gehörte offenbar auch ein großer Weinberg auf dem Neefer Petersberg, der zur Hälfte dem Ritter Richardi de Buche gehörte. Allein der Anteil des Ritters soll jährlich 10 Fuder Wein erbracht haben.

Es kann vermutet werden, dass dieser Weinberg bereits jenem Getreuen Ingo gehörte, dem König Otto 969 für ein in Neviri liegendes Grundstück, „das auf der Spitze eines von Bäumen gelichteten Berges lag“, weitgehende Vorrechte einräumte.

In einer Sage wird überliefert, dass ein frommer und gerechter Ritter, der einen großen Weinberg im Neefer Distrikt Rumpenheim (lag auf dem Petersberg) besaß, getreu der Anordnung den Zehnten zahlte, obwohl die Ernte schlecht ausgefallen war. Für seine gutes Verhalten wurde er göttlich belohnt. Solche Überlieferungen habe oft einen durchaus realistischen Hintergrund, und so kann man vermuten, dass es sich bei dem Edlen Ritter um jenen Richardi de Buche handelt, der also trotz Missernte im Zehnthaus des Klosters den üblichen zehnten Teil der Ernte, also ein Fuder Wein, abgab.

In einer sagenhaften Überlieferung wird berichtet, wie ein frommer und gerechter Ritter, der einen großen Weinberg in Neef besaß, getreu der Anordnung den Zehnten zahlte, obwohl die Ernte schlecht ausfiel. Siehe hierzu das Kapitel „Der gerechte Verwalter“.

Als letzte urkundliche Überlieferung, Neef betreffend, wird aus dem Jahr 1339 berichtet, dass das Kloster Stuben das Zehntrecht von Buchchen Gütern in Neef und Bremm und von zwei Wingerten im letzteren Ort und in Senheim erwirbt. Danach ist das Geschlecht derer von Brouch ausgestorben. Der Bucherhof wurde vom Stift St. Florin aus Koblenz übernommen - vermutlich samt Hofgebäude und landwirtschaftlichen Gütern.

 
 
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Wappen der Ritter von Buch
 
 
Der Hof der Ritter in Neef, der sogenannte Bucherhof, stand mitten im Ort und ist auf dem Bild ganz vorne links gezeigt.
 
Literaturnachweise:
  Diederich, Anton - Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte, Studien zur Germania Sacra, Das Stift St. Florin in Koblenz
Wambach, Cam. - Urkunden- und Quellenbuch zur Geschichte der altluxemburgischen Territorien
Beyer, Heinrich - Urkundenbuch mittelrheinischer Territorien
Goerz, Adam - Mittelrheinische Regesten
Gesellschaft für ältere Deutsche Geschichtskunde - Urkunden der Deutschen Könige und Kaiser
Resch, Aloys - Die Edelfreien des Erzbistums Trier, im: Trierisches Archiv, Trier 1911
Schorn, Carl - Eiflia Sacra, Zweiter Band
Vogts, Hans - Die Kunstdenkmäler des Kreises Zell a. d. Mosel
Bildnachweise:
  Foto von Dahmen, Iris, Neef
im nächsten Kapitel: Der St. Floriner Klosterhof in Neef
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