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6. altes Feuerwehrhaus von Franz Josef Blümling
Die Neefer freiwillige Feuerwehr wurde 1935 gegründet. Bereits im Nov. 1936 wurde ein kommender Krieg nicht ausgeschlossen, und man begann mit Flieger-Alarm-Übungen. Als immer mehr Männer als Soldat eingezogen wurden, fehlten diese als Mitglieder bei der Feuerwehr. So standen in den Kriegsjahren 1939 / 45 hauptsächlich Jugendliche, alte Männer und Frauen bei Einsätzen zur Verfügung.

Die Einsätze bezogen sich nicht nur auf Brände. So musste während eines Eisganges auf der Mosel 1941 die Fähre in Sicherheit gebracht werden. Ein anderes Mal suchte eine Truppe in der Dunkelheit auf dem Petersberg eine Frau, die sich dort verirrt hatte. Und nach Bombenangriffen hatte die Feuerwehr Straßen aufzuräumen und Hausruinen abzusichern.

Nach Kriegsende wurden die Richtlinien der Feuerwehr von der Alliierten festgesetzt – und zwar so, wie sie in heutiger Form noch praktiziert werden.

Der Brunnen vor dem Feuerwehrhaus

Als es noch keine Wasserleitung gab, waren vielerorts solche tiefe Brunnen im Betrieb. Dieser hier gab der Feuerwehr das erforderliche Wasser für Brandeinsätze. Aber auch die Bewohner des sogenannten „Unterdorfes“ pumpten ihr Trinkwasser hieraus.

Die Brunnen mussten immer sauber gehalten werden. Das war eine schwere Arbeit für den Brunnenputzer. So sagt man heute noch, wenn jemand schwere Arbeit vollbracht hat: „Der hat geschuftet wie ein Brunnenputzer“!

In unserer Vorzeit kursierten immer wieder die Pest und die Cholera. Diese Krankheiten wurde ins besonders von Wanderratten übertragen. Sie liebten die Dunkelheit und hielten sich mit Vorliebe in solchen Brunnen auf. Hatten sie in ihrem Körper den Pest-Virus, dann verpesteten sie das Brunnenwasser, und die Krankheitskeime wurden auf die Menschen übertragen, die sich dann wiederum gegenseitig ansteckten. Ganze Dörfer starben an der Pest aus. Sie war die „Geisel“ des Mittelalters.

Mitten im Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648), anno 1636, wütete die Pest so stark, dass z. B. im benachbarten Ediger 80 Häuser leer standen, weil so viele Bewohner an dieser Epidemie gestorben waren. Vom Nachbarort St. Aldegund wird überliefert, dass 1567 die Cholera 228 Menschen dahinraffte. Man flüchtete von Haus und Hof; lebte zeitweise im Wald und in Hecken. So wollte man der Pestilenz entkommen, was jedoch oft nicht mehr half, da man sich schon angesteckt hatte.

Wenn bösartige Menschen einen solchen Brunnen vergifteten, in dem sie z. B. eine tote Katze oder auch eine kaputt geschlagene Ratte in den Brunnen warfen, wurden sie, wenn sie bei ihrer Untat ertappt wurden, schwer bestraft.

 
 
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