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9. Erstes Neefer Pfarrhaus von Franz Josef Blümling
Stuben hatte als Kloster verwöhnter adeliger Nonnen, seit dem 14. Jahrhundert mit ständigen Verstößen gegen das Gelübde zu kämpfen. Deshalb wurde das Kloster nach wiederholten und vergeblichen Reformversuchen 1794 vom Kurfürsten Wenzeslaus geschlossen.

Mit der Schließung wohnte auch nicht mehr der für Neef zuständige Pfarrer dort. Bernhard Brixius bezog als erster Pfarrer dieses Haus für die nun eigenständige Pfarrei Neef.

Die unrühmliche Geschichte des Klosters Stuben, das über Neef die Kirchenhoheit besaß, in einer Kurzdarstellung:
• Das Kloster wurde im Jahr 1137 gegründet
• und lag im Neefer Gericht.
• Vermutlich waren es die Neefer Grafen von Sponheim, welche die Gründung zumindest mit veranlasst haben, denn die Zahl der Ritter aus dem Trierer Land, die in den Kreuzzügen mitwirkten und nicht mehr heimkehrten, war groß. Viele Adelstöchter, die unverheiratet blieben, nahmen den Schleier.
• Immer wieder wurde das Kloster reichlich beschenkt,
• und es herrschte zeitweise sogar ein Wohlstand.
• Als Ritter Heinrich von Ulmen Stuben 1208 wertvolle Reliquien schenkte, die er zuvor als Kreuzfahrer in Konstantinopel erbeutet hatte, wurde das Kloster Wallfahrtsort.
• Die Reliquien, wovon ein Relikt des hl. Kreuzes die bedeutendste ist, veranlassten einen großen Zulauf.
• Selbst Kaiser Maximilian
• und Kurfürst Balduin verweilten in Stuben und verehrten die Reliquie vor Ort.
• In den drei Sommermonaten des ersten Jahres betrugen die milden Gaben über 450 Goldgulden!
• War eigentlich die Grundlage für eine stabile Wirtschaft gegeben, so erging es dem Kloster jedoch in den Unruhezeiten ab dem fünfzehnten Jahrhundert immer übler. Zeiten, Menschen und Sitten waren nicht zuletzt wegen fortwährender Kriege anders geworden. Im Kloster Stuben erschlaffte, wie auch woanders, die Ordenszucht. Das Gemeinschaftsleben wurde vernachlässigt.
• Es herrschte unterhalb der Mitschwestern Hass, Neid und Zwietracht, so dass die gegenseitigen Erbitterungen in Schmähungen ausarteten.
• Einige Schwestern lebten in separaten Wohnungen, stellten Mägde ein und betrieben sogar eigene Viehhaltung.
• Es bestand weder ein Dormitorium (Schlafsaal) noch ein gemeinsamer Speisetisch.
• Da es auch kein Gästehaus gab, fanden Besuche in den Privatwohnungen der Schwestern statt.
• Fastenzeiten wurden vernachlässigt.
• Die Nonnen trugen weltliche Kleider aus Samt oder Seide und schweiften auf dem Lande herum.
• Männer, namentlich die Ritter von Arras, belagerten die Höfe des Klosters und drangen in die Wohnungen ein. Es bedurfte vieler Mühe, ja sogar der Drohung des Kirchenbannes, um die Ritter fernzuhalten.
• Zudem sammelten sich Schulden über Schulden an. So konnte z. B. eine Metzgerrechnung nur über eine Spende bezahlt werden.
• Schließlich musste Kurfürst Clemens Wenzeslaus im Jahre 1788 das Kloster schließen. Die Kreuzreliquie, auch Staurothek genannt, wird heute als Vorzeige-Stück in der Schatzkammer des Limburger Domes ausgestellt.

 
 
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