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Die Gefangenschaft des Kurfürsten Balduin von Franz Josef Blümling
Zur Zeit des Trierer Kurfürsten Balduin wohnte auf der Starkenburg die tatkräftige und schöne Gräfin Loretta von Sponheim. Sie war früh Witwe geworden, ihr Gemahl war von einer Fahrt ins Heilige Land nicht heimgekehrt. Um das Erbgut ihrer Kinder lag sie nicht nur mit gierigen Nachbarn, sondern mehr noch mit dem herrschgewaltigen Kurfürsten in gar erbittertem Streit bis es der Vermittlung wohlmeinender Freunde und Verwandten endlich gelang, einen Waffenstillstand zu vereinbaren. Doch bald bot sich ihr eine solch günstige Gelegenheit, den großen Gegner in ihre Hände zu bekommen, dass sie sich kein Gewissen daraus machte, den geschlossenen Vertrag zu brechen.

Von Spähern erfuhr die Gräfin, der Kurfürst werde auf einem kleinen Schifflein mit geringer Begleitung moselabwärts nach Koblenz fahren. An trefflich geeigneter Stelle, von einem mit Weidengebüsch dicht bestandenen Vorland aus, ließ die Gräfin nahe unter dem Wasserspiegel eine starke Kette spannen, die den Fluss absperrte. Ahnungslos fuhr der Kurfürst in die Falle. Die plötzlich straffgezogene Kette zwang sein leichtes Fahrzeug zu halten, und von der Übermacht der Mannen Lorettas überwältigt, ward er gefangen genommen und auf die Starkenburg geführt. Dort empfing ihn die Gräfin mit allen seinem Stande zukommenden Ehren, hielt ihn aber in sicherem Gewahrsam. Selbst der Bannstrahl des Papstes vermochte nicht, ihn aus den Händen Lorettas zu befreien.

Lange zogen sich die Verhandlungen zwischen den Gegnern hin; endlich verpflichtete sich Balduin, der Gräfin ein hohes Lösegeld zu zahlen, ihr eine auf Sponheimschem Grund zu Birkenfeld erbaute Burg zu übergeben und gar ein Bündnis mit ihr zu schließen. Nach seiner Entlassung hielt der Kirchenfürst diese Versprechungen aufs Wort; ja, er schloss sogar Freundschaft mit der tapferen und klugen Frau, die so mannhaft für die Rechte ihrer Kinder eingetreten war. Schließlich verwandte sich Balduin beim Papst dafür, dass Lorette vom Bann losgesprochen wurde und nur vier ewige Ampeln im Dom zu Trier zu unterhalten hatte.

Auf seinen Reisen zwischen Trier und Koblenz pflegte Balduin gewöhnlich im Kloster Stuben einzukehren. Zur Meisterin Elisabeth pflegte er ein freundschaftliches Verhältnis. So besuchte ihn Elisabeth auch in der Gefangenschaft auf der Starkenburg mehrmals.

und seine Freundschaft mit der Meisterin vom Kloster Stuben
 
 
 
 
 
Die Gefangennahme des Kurfürsten Balduin
 
 
 
Literaturnachweise:
  Antz, August - Rheinlands Heldensage
Goerz, Adam - Mittelrheinregesten
Hessel, Karl - Sagen und Geschichten des Moseltales
Marx, J. - Geschichte des Erzstiftes Trier, II. Abteilung, Zweiter Band
Schorn, Carl - Eiflia Sacra, Geschichte der Klöster und geistlichen Stiftungen der Eifel
Bildnachweise:
  Antz, August - Rheinlands Heldensage
im nächsten Kapitel: So entstand das Kloster Stuben
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