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Die Moselbande von Franz Josef Blümling
In kaum einem anderen Zeitraum gab es ein solch organisiertes Bandentum wie im 18. Jahrhundert. Nach dem Einmarsch der Franzosen auf dem linksrheinischen Gebiet (Hunsrück, Mosel, Eifel) wurde ein rechtsfreier Raum geschaffen, der das Bandentum sehr begünstigte. Die Herren aus Kurtrier oder Simmern hatten nichts mehr zu sagen. Die Kirchen und Klöster waren aufgelöst, und auf die "Franzmänner" wollte niemand hören. In kaum einer anderen Aera gab es aber auch eine solche Not und Armut, worin auch die Ursächlichkeit der verbrecherischen Umtriebe zu finden ist. Es war das sogenannte "Jahrhundert der Gauner und Räuber".

So mancher Vater konnte seine Familie nicht mehr ernähren. Es blieb ihm oft nichts anderes übrig, als betteln zu gehen. Mutter und Kinder schlossen sich an. Je armseliger nun ihr Erscheinungsbild auf der Straße war, um so erfolgreicher war das Unterfangen.


Die Schwangerschaft war ein überzeugendes Argument für die Bettelei.
(Holzschnitt, Petratcha-Meister, „Von der Artney bayder Glück, Augsburg 1532)

Die Bettelei war jedoch nur innerhalb des eigenen Wohnortes erlaubt. In diesem Umfeld war es die Aufgabe sozial höherer Schichten, gegen die Armut mit Barmherzigkeit vorzugehen. Trat ein fremder Bettler auf, so war er ein Parasit in der dörflichen Gemeinschaft. Man stellte ihn an den Pranger und verwies ihn aus dem Ort. Wiederholungstäter sperrte man bei Wasser und Brot in das Gefängnis. Aus der Hoffnungslosigkeit heraus fing man an zu stehlen und war schließlich allzugerne bereit, bei organisierten Raubzügen mitzuwirken.

Insbesonders junge Männer mit handwerklichen Fähigkeiten, die zu Hause keine Arbeit fanden, gingen als sogenannte Vaganten auf die Wanderschaft und suchten draußen nach Arbeit. Fand man eine solche, dann war diese in aller Regel nur vorübergehend. So kehrten die Vaganten immer wieder nach Hause zurück. Dort, ohne Arbeit, waren sie dem Wohlwollen der Mitbürger ausgeliefert. Die Zahl der Vaganten konnte in Zeiten großer Not bis zu 20% der Bevölkerung ausmachen. In Räuberbanden treffen wir sie immer wieder an.

Dann gab es noch die nichtsesshaften Vaganten, die zumeist eine Dienstleistung anzubieten hatten und waren oft Kesselflicker, Wunderheiler, Scherenschleifer, Krämer, Scharfrichter und Schinder. Sie wurden von vornherein für Verbrecher gehalten und dementsprechend verfolgt. Regelrechte Treibjagden wurden auf sie abgehalten. Benachbarte Grundherren ordneten in den Dörfern in regelmäßigen Abständen gemeinsame Streifen an, die mit Fangprämien für diese „Landstreicher“, die bis zu 5 Gulden betrugen, belohnt wurden.

In Koblenz ahndete man das Vagabundieren sogar mit mehrjährigen Galeerenstrafen.

Andererorts wurden sie deutlich am Kopf oder an der Hand gebrandmarkt. Jeder sollte sie erkennen. Wurde ein Nichtsesshafter mehrmals ergriffen, endete sein Leben letztlich sogar am Galgen.

An die Moselgemeinde Neef erging am 14. Dezember 1784 der kurfürstliche Befehl, unbedingt verdächtiges umschweifendes Gesindel anzuhalten, weil sich überall im Lande organisierte Banden bildeten und gerade diese "heimatlosen Vagabunden" allzuoft den harten Kern einer Räuberbande stellten. Sie waren dort auch die gerissenen Schlitzohren, die "Baldower". Sie spähten die günstigen Gelegenheiten für die Überfälle aus. Sie kannten die reichen Juden und Mühlenbesitzer. Sie wussten, wo man sich am besten verstecken konnte. Sie, die „Landstreicher“, kannten sich im Lande aus.

In einem Konferenz-Protokoll vom 15. Dezember 1797 aus dem Eifeler Raum heisst es: " Das herrnlose Gesindel hat sich in der ganzen hiesigen Gegend seit einiger Zeit dergestalt gehäuft, dass am Tage Niemand ohne Begleitung, bey Nacht aber kein Mensch über Feld zu gehen sich getraut, aus Furcht mißhandelt oder beraubt zu werden. Die Pferde werden täglich aus den Ställen gestohlen, und der arme Landmann muss sich wegen der Wiedererhaltung seines Eigenthums mit den Dieben abfinden."

Eine weitere Gruppe, die immer mehr ins Abseits geriet, waren die Landsknechte. Dauerte der Krieg an, hatten sie "Arbeit". War "ein Loch im Krieg", also kein offizielles Kriegsgeschehen im Umfeld, waren sie arbeitslos. Der Sold, wenn er überhaupt gezahlt wurde, reichte meist für das Überleben nicht aus. Oft hatten die Landsknechte auch das Kriegsgeschehen leid, und desertierten aus der Armee. Dann waren sie von vornherein völlig mittellos. Die Not entwickelte sich zum ständigen Begleiter und zwang sie zum Umherziehen. Bei Bauern suchten sie Arbeit. Letztlich mussten sie auch betteln gehen. Das Untertauchen in einer Bande war vorgezeichnet. Denn wegen ihrer berufsmäßigen Brutalität konnten Sie sich dort umgehend nützlich machen.

Und genau aus jenem Menschenpotential, aus Bettlern, sesshaften Handwerkern, heimatlosen Vaganten, Landsknechten und Deserteuren bildete sich das Kerngerippe der Moselbande.

Waren also zur Gründung einer Bande die passenden Leute schnell gefunden, so kam begünstigend noch hinzu, dass die Ordnung im Reich desolat war und sie mit dem Einzug Napoleons in die linksrheinische Region anno 1794 völlig zusammenbrach. Die Polizei konnte gegenwärtig sein, heute oder morgen abgesetzt zu werden und wurde deshalb nachlässig im Dienst. Die näheren Verhältnisse des zugewiesenen Gebietes waren ihnen meist gar nicht bekannt. Oft war ihnen sogar die Sprache des Bezirkes fremd.

Der Siebenjährige Krieg (1756 - 1763), der sich auch in unseren Landen mit voller Wirkung austobte, hatte die Menschen verroht und brutal gemacht. Selbst härteste Strafen konnten nicht abschrecken. Dem Bandentum waren also Tür und Tor geöffnet.

Schon gleich nach Kriegsende hatte sich auf dem "Reiler Hals" eine Räuberbande gebildet. Man scheute nicht davor zurück, die auf diesem Bergzug stehende Kapelle als zentralen Treffpunkt zu auszudeuten.

In ihrem Roman "Unter dem Freiheitsbaum" stellt die bekannte Heimat-Autorin Clara Viebig die Kapelle auf dem Reiler Hals in den Mittelpunkt, wenn sie über den "Schinderhannes und seine Zeit“ schreibt. Auch sie sieht Bückler Hannes Bande im engen Zusammenhang mit der Moselbande.

Als Vater des heimischen Bandentums kann man den Philipp Ludwig Mosebach betrachten. Er, der zuerst die Jägerei erlernte, desertierte vom holländischen Militär. Der Zufall brachte ihn nach Lippshausen im Hunsrück. Dort ehelichte er ein „gut aussehendes Weib aus einer Diebesfamilie und lebte von nun an von der Faust“. Um ihn herum versammelte sich ein Horde Banditen, von denen Peter Zughetto und Johann Jakob Krämer nennenswert sind, da diese auch in der Moselbande auftreten. Zughetto, der Landkrämer von Ürzig an der Mosel, war es übrigens, der dem Mosebach den jungen Abdecker Johannes Bückler zuführte, der dann als "Schinderhannes" schon bald die Bande im Hunsrück anführte.

Im Unterschied zur Hunsrückbande gab es bei der Moselbande keinen stetigen Räuberhauptmann. Jedoch kann man den Hans Bast Nikolai aus dem kleinen Ort Krinkhof, ganz in der Nähe vom "Reiler Hals", als die Seele der Bande sehen. Bevor er Schmied war, diente er beim Militär und galt als großer und stattlicher Mensch zu den Schönsten der Garde. „Er hatte Verstand, Verschmitztheit, Ueberlegung, eine beyspillose Kälte, und war darum eben zum Planmacher geboren, der der Bande fehlte“ - so wird er später in der Gerichtsakte beschrieben. Da sich die Bande mit Vorliebe dem Pferdediebstahl zuwandte, war folglich Nikolai’s Grobschmiede zum Beschlagen der Hufen für die Bande unentbehrlich. Von Nikolai wird zudem berichtet, dass er geschickt ein doppeltes Spiel trieb. Wenn er an den Hufen der gestohlenen Pferde den eigentlichen Besitzer feststellte, dann informierte er diesen heimlich. Wohl nicht ohne Belohnung für Nikolai kam so das Pferd wieder in seinen rechtmäßigen Stall. Den Bandenmitglieder blieb diese Hinterlist lange unbekannt. Und ob des sonderbaren Geschehens kam Nikolai in den Geruch eines Teufelsbeschwörers. So nannte man ihn denn auch den „Teufelsbanner“.

Neben dem Diebstahl von Vieh, insbesonders waren es Pferde, dürfte an zweiter Stelle der Diebstahl von Branntwein rangiert haben. Einmal, es geschah in Reil, ließ man sogar zwei Branntweinkessel mitgehen. Ansonsten klaute man alles, was nicht niet- und nagelfest war, wie Geld, Fleisch, Schafe, Esel, Leinentücher, Strümpfe und jegliche sonstige Krämerwaren. Dabei wurde geschlagen, gemordet, verstümmelt und in Brand gesetzt.

Neben Nikolai traten noch folgende Banditen besonders in Erscheinung:

Richard Bruttig, Metzger von Beruf, galt als das brutalste Bandenmitglied. "Es ist mir gleich, ob ich einen Menschenkopf oder einen Kalbskopf abschneide", soll er einmal gesagt haben. Seine Kumpanen nannten ihn den „Schlächter“.
„Iltis-Jacob“ nannte man den Johann Jacob Krämer. Ihn zeichnete die Leidenschaft zum anderen Geschlecht und seine Eifersucht aus, was ihn sogar sein Frau erschlagen ließ.
Niklas Dahm, der „Ellenzer Klos“, als Bettler aufgewachsen, war ein wilder, unbändiger junger Mensch und zu jedem Verbrechen bereit.
Johann Esuk, kaum 18 Jahre alt, war als Pole zu Hause weggelaufen. Danach diente er als Landsknecht und riss aus der Gefangenschaft aus. Als vagierender heimatloser Krämer besorgte er sich seine Waren mit Vorliebe duch Diebstahl. Er wird als roher Geselle mit einer flüchtigen Lebensart beschrieben. Sein zu Hause war bei Köhlern in Forsten und Waldschluchten.
Niklas Schwarz, der "Grundbirn-Klos", war aus einem Müßiggang heraus vormals Bettler gewesen. Nachdem seine Trägheit ihn einmal in den Strudel des Verbrechens hinabgezogen hatte, fehlte ihm die Kraft, vom Verbrechertum wieder loszukommen.
Heinrich Simonis, ein junger Schuster, war lange redlich, bis er in den Einfluss der Räuber kam und alle Redlichkeit ein Ende nahm.
Joseph Schiffmann, der "Tuchhannes", war ein kleiner, blassgelber, rothaariger, jähzorniger und rachgieriger Müller.
Günther Lorenz, der aus der preussischen Armee desertierte, machte mit dem „Tuchhannes“ gemeinsame Krämergeschäfte. Er, das älteste Mitglied, brachte dem Schuhmacher Georg Schenk und Niklas Kohl das Banditentum bei. Von Schenk wird übrigens auch berichtet, dass er im tiefen Wald das Licht der Welt erblickte. Schiffmann, Lorenz, Schenk und Kohl waren innerhalb der Moselbande eine eingefleischte Clique.
Peter Zughetto wird in der Gerichtsakte als "grand voleur" (großer Dieb) und als der "adjudant du fameux Schinderhannes" (Adjudant des berühmt-berüchtigten Schinderhannes“) beschrieben. Bei ihm stand er stets an vorderster Front. Als es allerdings um Bücklers Bande brenzlich wurde, verschwand er. „Keiner weiß, wo er hingekommen ist“, weiß es das Mainzer Gericht zu berichten, das den „Schinderhannes“ neben seinen Kumpanen am 21.11.1803 hinrichten ließ.
Christian Hochscheid, ein vierundzwanzigjähriger kräftiger Müller, war von seiner ersten Erziehung an bis zu seinem Lebensende verwahrlost geblieben. Sein feuriges und aufmerksame Auge zeichnete sich besonders vorteilhaft bei Überfällen der Bande aus.
Und nicht zuletzt gab es noch den Deserteur und Kramhändler Matthes Dahm. „Er war auf allen Jahrmärkten zu finden und bei Planungen von Überfällen immer unter den ersten“. Er brachte auch seine Geliebte, das „vierzehnjährige Weib Margareth Saurens", in die Bande ein.

Die Moselbande hat, was die Brutalität betrifft, jene vom "Schinderhannes" bei weitem übertroffen. "Er ist ein menschlicher Räuber gegen manchen Einzelnen von dieser (Moselbande) Horde, die den Meucheldolch und den Feuerbrand schwang. Brennende Häuser, ermordete Wanderer, eine ganze erwürgte Familie sind die blutigen Decorationen in diesem grässlichen Schauspiele" . Symptomatisch für diese Feststellung sei aus der Polizeiakte folgende Aufzeichnung entnommen:

In der obern Stube lag des Müllers 23-jährige Tochter ebenfalls ermordet. Sie hatte außer 3 tödtlichen Kopfwunden sieben Stiche in den Rücken empfangen, und zwey Finger verloren. Ihr Haar war zum Theil im Zimmer verstreut.
Gerhard, der 17-jährige Sohn des Müllers war gegen die Absicht der Meuchel-Mörder dem Tode entronnen. Sie hatten ihn in dem obersten Theile des Hauses in seinem Bette schlafend gefunden, und am Kopfe gefährlich verwundet, so dass ihm mehrere Zähne durchgehauen und die Zunge zum Theil gespalten war. An der Linken Hand, die wahrscheinlich im Schlafe über dem Gesicht gelegen, war der Zeigefinger fast ganz abgehauen; über den Scheidel selbst hatte er einen dreyzölligen Hieb."
Der überlebende Sohn des Müllers hatte keinen Mörder erkannt. Die Wunden hatte ihm alle Sinne geraubt. Zwei Jahre blieb das Verbrechen unaufgedeckt. Das lag auch daran, daß keiner sich getraute, Verdächtigungen der Polizei zu melden. Die Rache der Räuber wäre gnadenlos gewesen.

Brutal und erbarmungslos waren die Überfälle der Moselbande. Sie war schwerpunktmäßig rechts und links des mittleren Moseltales tätig. Jedoch gab es auch Überfälle weit in die Eifel und den Hunrück hinein, bis hin in das Nahe- und Saargebiet.


(aus: „Räuberischer Überfall auf ein Dorf – 1532“, Petrarca-Meister)

Endlich wurden die Banditen in Koblenz hinter Schloss und Riegel gebracht. Zuvor hatte man die Liegermühle bei Osann überfallen und danach in Brand gesetzt. Nach der Diebestour zogen sich die Räuber in eine Köhlerhütte zurück und verteilten die Beute, was insbesonders Geld und Taschenuhren ausmachte. Sie besaßen die Unverfrorenheit, dem Müller Verhandlungen anzubieten, um ihm das Gestohlene wieder zurückzugeben, wofür sie 20 Louisdor forderten. Die Bande flog auf, als einige von ihnen ihre erlittenen Verwundungen in Bertrich vor einem öffentlichen Wirtshaus verbinden ließen.

Während der Gefangenschaft hatten die Ganoven einen Ausbruch durch das Gewölbe des unterirdischen Gefängnisses versucht und bereits den äußeren Hofbereich erreicht, als der Gefängniswärter sie doch noch entdeckte. Nun wurden sie zur Vorsicht in ein tiefes Gewölbe auf der Festung Ehrenbreitstein eingesperrt und mit Ketten aneinander gefesselt. Weil sie es aber in dieser "Mördergruft" nicht ausgehalten hätten, kamen sie in ihren letzten Tagen doch wieder in ein gewöhnliches Gefängnis.

Wegen insgesamt 36 Verbrechen wurde nun dem Rest der Bande in Koblenz der Prozeß gemacht. 71 Zeugen hatte der öffentliche Ankläger vorladen lassen.

Am 24. Fructidor (August) 1799 war der Prozeß beendet. 6 Todesurteile wurden ausgesprochen. 5 Räuber erhielten langjährige Kettenstrafen, und die 14jährige Margaretha Saurens erhielt einzelne Inhaftierung, die sie allerdings nicht überlebte.

Über nicht alle Banditen konnte das Urteil gesprochen werden. Einige waren schon vorher bei Überfällen umgekommen oder hatten sich gegenseitig umgebracht. Einige waren auch noch nicht ergriffen.

Am 26. Frimare J. VIII (26. November 1799) vollstreckte der Henker in Koblenz die Todesstrafen mit der Guillotine.

Nikolai wurde nun vom Richter gefragt, wie es komme, dass sein Haus der Sammelplatz von allen Räubern gewesen sei: "O nein, diese Behauptung stimmt nicht ganz", erwiderte er, "ich habe Euch noch niemals dort gesehen." Als das Todesurteil vorgelesen war, stand er auf und sagte: „Ich werde heute Nacht ruhiger schlafen als diejenigen, welche dieses Urteil gemacht haben." Seine Frau besuchte ihn zwei Tage vor der Hinrichtung. Am Tage derselben erklärte der 65jährige Greis, wenn sie nach neun Monaten niederkommen sollte, so sei er, und kein anderer, für den Vater zu halten.

 
 
erschienen in:
Rhein-Hunsrück-Kalender, Heimatjahrbuch des Rhein-Hunsrück-Kreises, 1999
 
 
 
 
Die Ausstellung am Pranger war noch die geringste Strafe.
(alter Holzschnitt aus „Der Fluch der bösen Tat“, Hubert Pitzen)
 
 
Überall begegnete man "gartenden" Landsknechten, die sich das nahmen, was ihnen zum Überleben verhalf - als wäre es aus ihrem eigenen Garten.
(aller Holzschnitt von Jost Amman)
 
 
„Unter dem Freiheitsbaum“, Clara Viebig
 
 
Der „Schwarze Peter“ betörte nicht nur die Frau des „Iltis-Jakob“. Wie ein Halbwilder tanzte er mit einer Schönen in einer Hütte im Hunsrück. Dabei hatten drei Juden mit ihrer Geige aufspielen müssen. Ansonsten, so drohte er, hätte er ihnen die Augen ausgestochen. Der eigentliche Name des "Schwarzen Peter" ist Peter Petri. Er stammt aus Burgen bei Veldenz und war von Beruf Köhler und Holzhacker - wohnte auf dem Hüttgewasen, Marienpforter Hof, Eigener Hof, Dreiweiher Hof, Steinharter Hof und auf dem Hühner Hof."
 
 
Die Pistole wurde in den 50er Jahren beim Abriss eines Hauses in Krinkhof über der Hintertür hinter einem hohlen Brett gefunden. Sie gehörte vermutlich einmal dem Hans Bast und ist heute im Privatbesitz.
 
 
 
 
Literaturnachweise:
  Beker, B. - Actenmäßige Geschichte der Räuberbanden an den beyden Ufern des Rheins, 1. Teil
Bürger, Udo - Henker, Schinder und Ganoven
Pitzen, Hubert - Der Fluch der bösen Tat
Krudewig, Joh. Dr. - Inhalt der kleineren Archive der Rheinprovinz
Rauchhaupt, Karl - Schinderhannes und seine Bande, Aktenmäßige Geschichte
Franke, Manfred - Schinderhannes
Bildnachweise:
  Bettelei - Holzschnitt, Petrarcha "Von der Artzney bayder Glück, Augsburg 1532"
An den Pranger gestellt - Pitzen, Hubert - Alter Holzschnitt aus "Der Fluch der bösen Tat"
Gartender Landsknecht - Ammann, Jost - Alter Holzschnitt
Peter Zughetto, der „Schwarze Peter“ - Rauchhaupt, Karl - Schinderhannes und seine Bande
Überfall - Petrarca-Meister, "Räuberischer Überfall auf ein Dorf 1532"
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