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9. Der „Kameralhof“ des Kurfürsten – gleichzeitig auch „Backes“ von Franz Josef Blümling
Der Trierer Kurfürst hatte in Neef einen beachtlichen Waldbesitz. Diesen verwaltete ein Kammerbeamter - ein Carmeralia. Er residierte in diesem Haus – im sogenannten Kameralhof.

Hatte der Kurfürst eine Jagd angesagt, dann musste der Cameralia mit seinen Wildjägern, Jagdlakaien, Büchsenspannern und Treibern nebst Hunden bereitstehen. Gejagt wurden vorwiegend Rotwild, Wildschweine, Niederwild, Feldhühner und Tauben.

Auf Befehl des Jagdherren wurde auch schon mal ein Wildschwein mit Seilen gefangen. Wenn nach der Jagd das übliche üppige Gelage in der Neefer Burg stattfand, schmiss man Überreste durch die Fenster nach draußen. Auch so manche Überfülle, der man sich erforderlichenfalls durch das Einstecken des Fingers in den Hals entledigte, sammelte sich im Burggraben an. Und um all den Unrat zu entsorgen, wurde dann „die Sau rausgelassen“ – also das eingefangene Wildschwein. Dies war eine Art der damaligen „Müllentsorgung“, die vor allem Kurfürst Balduin praktizierte - wenn nicht sogar eingeführt hatte.

Der Cameralia unterhielt auch gleichzeitig einen „Backes“. Den Ofen kann man heute noch besichtigen. Der „Backes“-Betreiber war Jude, was auch unsere Vorfahren so überliefert haben. Dies beweist zudem ein Becken, das sich im Außenbereich der Hauses (zur Bahnstraßenseite hin) befindet. Wenn man in das Haus eintrat, wusch man sich die Hände, was die Reinheit/Ehrlichkeit des Besuches symbolisierte - man war koscher.

 
 
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Das Haus wurde vermutlich im Jahr 1540 erbaut
 
Der frühere „Backes“ (Backofen) ist bis heute erhalten geblieben
 
 
 
 
 
 
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